Meine Katze trinkt nicht - Was tun?

Ärzte betonen oft, wie wichtig es auch für unser geliebtes Haustier ist, ausreichend Wasser zu trinken. Während Hunde oft fröhlich den ganzen Trinknapf bei Durst komplett ausschlabbern, ist es bei Hauskatzen nicht ungewöhnlich, dass sie ihren Wassernapf fast den ganzen Tag unangetastet lassen. Aber der Eindruck „eine Katze trinkt nicht“ oder „Katzen benötigen kein Wasser“ stimmt selbstverständlich auch nicht. Katzen haben einfach andere Gewohnheit und Trinkbedürfnisse. Laut einer aktuellen Studie haben alle Hauskatzen einen gemeinsamen Vorfahren: die nordafrikanisch Wildkatze, manchmal auch als Falbkatze genannt. Sie waren Wüsten- und Steppenbewohner und haben sich so weiterentwickelt, dass ihre Wasserbedarf hauptsächlich durch Beutetiere gedeckt werden kann.

Inhaltsverzeichnis

Wie viel soll eine Katze am Tag trinken

katze trinkt kaffe

Auch wenn unsere Stubentiger auf Grund ihre Abstammung mit geringer Flüssigkeitszufuhr auskommen können, ist eine ausreichende und regelmäßige Flüssigkeitsaufnahme essenziell für ihre Gesundheit. Durch Atmen und ständiges Putzen, also Felllecken, oder durch Ausscheidungen wie Urin und Kot, verlieren die Samtpfoten Wasser. Um diesen Verlust auszugleichen, müssen Katzen trinken. Wie viel eine Katze am Tag trinken soll, hängt von verschiedenen Faktoren ab:

  • Zusammensetzung des Futters – Trockenfutter oder Nassfutter?
  • Körperliche Aktivität – junger verspielter Freigänger oder kastrierte Wohnungskatze im hohen Alter?
  • Vorerkrankung – Diabetes oder Neigung zu häufigem Durchfall oder Erbrechen?
  • Umgebungstemperatur

Als Faustregel gilt: 50 ml Wasser pro Kilogramm Köpergewicht pro Tag. Wenn also mein Kater z. B. 5 Kg wiegt, dann sollte er jeden Tag etwa 250 ml Wasser trinken. Dies entspricht etwa der Menge eines Kaffee-To-Go. Viel ist das zwar nicht, aber in der Regel ausreichend für ein kleines Tierchen wie eine Hauskatze. Trotzdem sehen wir relativ selten, dass unsere Katze von ihrem Wassernapf trinkt. Und machen wir uns deshalb Sorge:  warum trinkt meine Katze nicht? Bekommt sie genug Wasser?

Katze trinkt nicht? - Mögliche Ursachen

Wasserqualität

Eine häufige Ursache, dass Katzen nicht aus ihrem Wassernapf trinkt, liegt an der Wasserqualität. Wenn es um Essen und Futter geht, haben Katzen den Ruf, dass sie wählerisch sind. Beim Trinken ist es eigentlich nicht viel anders, wird aber oft vernachlässigt, da es nicht so offensichtlich ist.

Idealerweise besteht der Wassernapf aus Porzellan oder Edelstahl. Plastik ist nicht nachhaltig und enthält eventuell giftiges Material, welches in das Wasser freigesetzt werden kann. Ferner sollte das Wasser in dem Trinknapf mindestens ein mal am Tag erneuert werden. Je öfter, desto besser. Wir Menschen trinken auch ungerne Wasser, das schon einen halben Tag oder länger herumsteht. Hinzu kommt, dass viele Katzen ohnehin ungern aus abgestandenen Wasserquellen trinken. Denn in stehenden Gewässern könnten sich Keime und Bakterien schnell vermehren. Unsere schlaue Katzen vermeiden daher aus Instinkt von solchen Wasserquellen zu trinken und bevorzugen fließende und frische Gewässer — z. B. aus einem Wasserhahn.

Daher ist ein Katzenbrunnen bei Katzenhaltern sehr beliebt und wird oft von Tierärzten empfohlen. Ein Katzentrinkbrunnen stellt für Deine Samtpfote eine sprudelnde Wasserquelle dar und animiert Deine Katze mehr zu trinken. Durch die Zirkulation des Wassers wird die Bildung von Bakterien und Keimen verringert bzw. ganz verhindert. Zusätzlich wird der Sauerstoffgehalt im Wasser erhöht, welcher das Wasser für Deinen wählerischen Feinschmecker noch schmackhafter macht.

Standort des Wassernapfes

Ein weiterer Grund, warum manche Katze nicht trinkt, hat mit dem Standort des Wassers zu tun. Oftmals findet man im Geschäft für Tierbedarf praktische Futterstationen, die aus mehreren Näpfen für Futter und Wasser bestehen. Einmal gekauft und zu Hause für die geliebte Katze mit Futter und Wasser befüllt, wundert man sich: Die Bröckchen in Futternapf werden regelmäßig aufgefressen, aber der Wassernapf nebenan wird einfach ignoriert?

Im Gegensatz zu uns Menschen, die gerne ein Glas Wasser zum Essen bereithalten, trinken viele Katzen in der freien Natur instinktiv nicht dort, wo sie fressen. Denn das Wasser könnte durch Beutetiere und deren Blut leicht verseucht werden. Diese Vorliebe ist bei domestizierten Hauskatzen gleichgeblieben.

Hinzu kommt, dass Katzen Gelegenheitstrinker sind. Sie scheinen oft nicht wirklich zu merken dass sie Durst haben und suchen selten aktiv nach Wasser. Es ist eher der Fall, dass sie beim Vorbeigehen ein wenig Wasser trinken, wenn es zufällig dort steht.

Im Idealfall sollte man also mehrere Trinkmöglichkeiten über die ganze Wohnung verteilen. Denn so werden die Katzen ständig daran erinnert dass sie ja noch etwas trinken könnten. Je mehr Gelegenheiten sie dazu haben, umso besser. Für Dich bedeutet das womöglich mehr Arbeit, für Deine Samtpfoten jedoch ein höherer Trinkgenuss.

Als Abwechselung kannst Du an 1-2 Stellen den Wassernapf durch einen Trinkbrunnen ersetzen. Dafür eignet sich z. B. unser kabellose Trinkbrunnen mit Bewegungserkennung besonders gut. Dank der Bewegungserkennung wird erst dann Wasser gesprudelt, wenn Bewegung (mittels Infrarotsensor) in der Nähe entdeckt wird. So wird die Aufmerksamkeit der Katze zum Trink gelenkt. Ein großer Vorteil von diesem Katzenbrunnen ist es, dass er auch ohne Stromkabel funktioniert. Somit kannst Du den Brunnen an jedem beliebigen Ort aufstellen, ohne dabei überlegen zu müssen, ob es in der Nähe eine Steckdose gibt.

Kabelloser Katzenbrunnen mit Bewegungsmelder (45,90 €)
Trinkbrunnen aus Edelstahl für Katze und Hund (39,90 €)

Genug Wasser durch Nassfutter

Generell gilt, dass sich Katzen in freier Wildbahn, für gewöhnlich von Mäusen, Ratten und Vögeln ernähren und daher unter normalen Lebensumständen nur sehr wenig trinken müssen. Denn ihre natürliche Beute besteht bereits zu mehr als zwei Dritteln aus Wasser.

Wenn Du Deine Katze also ausschließlich Nassfutter gibst, dann ist die Flüssigkeitszufuhr durch das Futter an sich fast ausreichend. Das liegt daran, dass Nassfutter zu drei Viertel aus Wasser bestehen. Ein Teil davon wird hinzugefügt, ein anderer Teil ist bereits im Fleisch selbst enthalten. Für eine 5 kg schwere Katze liegt die Fütterungsempfehlung pro Tag bei ungefähr 300 g Nassfutter: Bei einem Feuchtigkeitsanteil von 75% nimmt die Katze darüber schon ca. 225 ml Wasser auf. Vergleicht man das mit dem zuvor kalkulierten Richtwerten von 250 ml Flüssigkeitszufuhr, entspricht dies schon 90% des Tagesbedarfs.

Vermischt man nun ein paar Esslöffel Wasser pro Portion mit den Nassfutter (vorausgesetzt, Deine Felsnase hat kein Problem damit), ist der Wasserbedarf von Katzen in einem normalen Lebensumständen vollständig gedeckt. In diesem Fall ist ein extra Wassernapf oder das zusätzliche Wassertrinken nur ein Plus und nicht notwendig.In so einem Fall brauchst du Dir keine Sorgen zu machen, dass Deine Katze nicht ausreichend trinkt.

Nichtsdestotrotz ist es aber zu empfehlen, Deiner Katze auch dann Wasser anzubieten, wenn sie sich ausschließlich von Nassfutter ernährt. Ein Trinkbrunnen aus hochwertigem Edelstahl stellt eine fließende Wasserquelle dar und regt unsere trinkfaule Katzen zu mehr trinken an. Durch das sog. duales Filtersystem im Brunnen bleibt das Wasser ohne tägliches Wasserwechseln frisch und sauber.

Wie merke ich dass meine Katze zu wenig trinkt?

Revolutionsbedingt trinken Katzen nicht viel und sind somit anfällig für Dehydrierung. Dehydrierung bedeutet, dass der Körper der Katze mehr Wasser verliert, als ihm zugeführt wird, z. B. durch Durchfall oder Erbrechen. In den anfänglichen Stadien ist Dehydration leicht zu übersehen. Deshalb ist es wichtig, dass Katzenbesitzer die Wasseraufnahme ihrer Katze regelmäßig beobachten. Insbesondere, wenn man die Katze auch mit Trockenfutter oder trockenen Snacks füttert. Da Trockenfutter wie der Name schon sagt, wirklich sehr trocken ist (nur ca. 10% Wassergehalt), muss die Katze unbedingt zusätzliches Wasser aufnehmen, insbesondere wenn sie eventuell trinkfaul sind. Aber wie merke ich, dass meine Katze zu wenig trinkt?

Folgende körperliche Anzeichen weisen in der Regel auf Dehydration hin:

  • Eingesunkene Augen
  • Trockenes, klebriges Zahnfleisch
  • Appetitlosigkeit
  • Kalte Pfoten

Mit einem „Hautfaltentest“ kannst Du selbst testen, ob Deine Katze dehydriert ist. Ziehe dazu die Haut oberhalb der Schultern vorsichtig nach oben. Die Haut einer gesunden Katze schnappt schnell wieder zu, wenn sie losgelassen wird. Wenn eine Katze an einem Flüssigkeitsmangel leidet, geht die Haut langsamer in ihre ursprüngliche Position zurück. Leider funktioniert diese Methode bei unterernährten oder übergewichtigen Katzen eher weniger.

Was tun wenn Katze nicht trinkt?

Es gibt verschiedene Tipps und Tricks, mit denen Du Deine Katze dazu bringen kannst, mehr Wasser zu trinken oder ihre Wasseraufnahme zu erhöhen. Wenn diese Tipps jedoch nicht funktionieren, solltest Du unbedingt den Tierarzt aufsuchen, vor allem, wenn die Katze 48-72 Stunden lang nicht trinkt.

Trockenfutter durch Nassfutter ersetzen

Umstellung auf eine überwiegend nasse Ernährung ist wohl der einfachste Weg, eine Katze dazu zu bringen, mehr Wasser aufzunehmen und eine Dehydrierung zu vermeiden. Vorausgesetzt, Deine Katze akzeptiert Nassfutter und Du hast auch die Zeit, mehrmals am Tag frisches Futter zu geben.

Wasser frisch halten

Katzen können sehr empfindlich auf den Geruch und Geschmack von Wasser reagieren. Auch bei der Wassertemperatur können sie sehr wählerisch sein. Häufiges Wechseln des Wassers hilft, es frisch zu halten und auf einer Temperatur zu halten, die sie bevorzugen. Wasche alle Näpfe täglich, um die Ansammlung von Bakterien zu vermeiden. Wer einen Trinkbrunnen nutzt, kann das Wasserwechseln auf einmal pro Woche reduzieren. So wird Deine Katze mehr Wasser trinken.

Mehr Trinkmöglichkeiten bieten

Versuche mehrere Wassernäpfe oder Trinkbrunnen an verschiedenen Stellen in der Wohnung / im Haus aufzustellen. Auf diese Weise hat Deine Katze ständig und bequem Zugang zu Wasser. Achte dabei bitte darauf, dass die Wasserschüsseln nicht direkt neben Katzenklo oder Futterstation stehen.

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